Urintest
Urin-Teststreifen: Werte verstehen und richtig ablesen

Urin-Teststreifen sind der schnellste Weg zu einem Urinstatus. Sie werden in Arztpraxen, in der Pflege und zu Hause eingesetzt. Damit das Ergebnis stimmt, kommt es auf das richtige Ablesen und das Verständnis der einzelnen Werte an.
Welche Werte misst ein Urin-Teststreifen?
Je nach Produkt hat ein Streifen zwischen einem und über zehn Testfeldern. Häufig sind:
- Leukozyten (weiße Blutkörperchen): Hinweis auf eine Entzündung, häufig einen Harnwegsinfekt.
- Nitrit: entsteht durch bestimmte Bakterien. Ein negatives Feld schließt einen Infekt aber nicht aus, weil nicht alle Bakterien Nitrit bilden.
- Eiweiß (Protein): kann auf eine Nierenschädigung hinweisen, steigt aber auch nach Sport oder bei Fieber.
- Glukose (Zucker): Hinweis auf erhöhten Blutzucker.
- Blut (Erythrozyten): etwa bei Infekten oder Harnsteinen, aber auch während der Periode.
- Ketone: entstehen, wenn der Körper vermehrt Fett abbaut, zum Beispiel beim Fasten oder bei entgleistem Diabetes.
- pH-Wert: zeigt, wie sauer der Urin ist. Er schwankt je nach Ernährung und Tageszeit meist im leicht sauren Bereich.
- Spezifisches Gewicht (Dichte): zeigt, wie konzentriert der Urin ist. Viel Trinken senkt die Dichte, wenig Trinken erhöht sie.
- Bilirubin und Urobilinogen: geben Hinweise auf Leber und Gallenwege.
So liest du einen Teststreifen richtig ab
- Frischen Urin verwenden, ideal Mittelstrahl- oder Morgenurin.
- Den Streifen nur kurz eintauchen, sodass alle Felder benetzt sind, und überschüssigen Urin am Becherrand abstreifen.
- Die angegebene Wartezeit einhalten. Manche Felder werden nach 30 Sekunden, andere nach 60 Sekunden oder später abgelesen.
- Bei gutem Tageslicht mit der Farbskala auf der Dose vergleichen.
- Die Dose sofort wieder verschließen. Feuchtigkeit macht die Streifen unbrauchbar.
Typische Fehlerquellen
- Abgelaufene oder feucht gewordene Streifen.
- Zu früh oder zu spät abgelesen.
- Stark verdünnter Urin nach viel Trinken.
- Hohe Dosen Vitamin C können einzelne Felder wie Glukose oder Blut falsch negativ ausfallen lassen.
- Verunreinigte Proben, etwa durch Menstruationsblut oder Vaginalsekret.
Teststreifen prüfen und üben
In Praxen, Laboren und Pflegeschulen werden Teststreifen und das Ablesen regelmäßig mit Kontrolllösungen geprüft und geübt. Dafür eignen sich Lösungen mit bekannten Werten, etwa einem festgelegten pH-Wert und einer festgelegten Dichte. Mehr dazu unter Einsatzbereiche von synthetischem Urin.
Wichtig: Ein Teststreifen liefert Hinweise, keine Diagnose. Bei auffälligen Werten oder Beschwerden gehört die Bewertung in ärztliche Hände. Einen Überblick über weitere Verfahren gibt der Artikel Urintest: Arten und Ablauf.
Häufige Fragen
Wie zuverlässig sind Urin-Teststreifen?
Für eine erste Einschätzung gut geeignet. Sie können aber falsch positiv oder falsch negativ ausfallen, deshalb werden auffällige Werte meist im Labor überprüft.
Was bedeutet ein positiver Nitrit-Wert?
Er weist auf Bakterien im Urin hin, häufig im Rahmen eines Harnwegsinfekts. Ein negativer Wert schließt einen Infekt nicht sicher aus.
Welcher pH-Wert ist im Urin normal?
Der pH-Wert liegt meist im leicht sauren Bereich und schwankt mit Ernährung und Tageszeit. Ein einzelner Wert ist wenig aussagekräftig.
Wie lange sind Teststreifen haltbar?
Bis zum aufgedruckten Datum, solange die Dose trocken und gut verschlossen gelagert wird. Nach dem Öffnen gelten oft kürzere Fristen, siehe Packungsbeilage.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.




