Synthetischer Urin

Wie wird synthetischer Urin hergestellt?

Ratgeber · aktualisiert am 06.11.2026

Synthetischer Urin in vier Varianten, schwarze Verpackung

Synthetischer Urin entsteht nicht durch Aufbereitung echter Proben, sondern wird aus einzelnen Stoffen gezielt zusammengesetzt. Das Prinzip ist einfach, entscheidend sind saubere Ausgangsstoffe und genaue Werte.

1. Die Basis: deionisiertes Wasser

Ausgangspunkt ist entmineralisiertes, also deionisiertes Wasser. Es enthält keine Salze und Mineralien aus dem Leitungswasser, die die späteren Werte verfälschen würden.

2. Die gelösten Bestandteile

Im Wasser werden die Stoffe gelöst, die auch in menschlichem Urin vorkommen:

  • Harnstoff als wichtigster Bestandteil
  • Kreatinin und Harnsäure
  • Salze mit Natrium, Kalium, Chlorid und Phosphat

Die Mengen sind in einer festen Rezeptur festgelegt, damit jede Charge gleich ausfällt.

3. pH-Wert und Dichte einstellen

Danach werden pH-Wert und Dichte gemessen und auf den Zielwert gebracht. Der pH-Wert sagt aus, wie sauer oder basisch die Lösung ist, die Dichte, wie viele Stoffe darin gelöst sind. Beide Werte lassen sich auch mit einem Urin-Teststreifen grob prüfen.

4. Farbe

Damit die Lösung optisch an Urin erinnert, wird sie leicht gelblich eingefärbt. Die Farbe hat keinen Einfluss auf die übrigen Werte. Warum echter Urin gelb ist, erklärt Urinfarbe: Was die Farbe von Urin aussagt.

5. Abfüllen und Verpacken

Zum Schluss wird die Lösung portioniert und verschlossen. Kleine, dicht verschlossene Portionen schützen vor Verunreinigung und machen eine lange Haltbarkeit möglich, siehe Synthetischen Urin richtig lagern.

Warum definierte Werte wichtig sind

Ob Kalibrierung, Schulung oder Materialtest: Ergebnisse sind nur vergleichbar, wenn die Flüssigkeit jedes Mal gleich zusammengesetzt ist. Genau das ist der Vorteil gegenüber echtem Urin, dessen Werte sich je nach Person und Tageszeit stark unterscheiden. Mehr dazu: Was ist synthetischer Urin?.

Häufige Fragen

Kann man synthetischen Urin selbst herstellen?

Grundsätzlich ist die Rezeptur bekannt, für definierte und gleichbleibende Werte braucht es aber reine Ausgangsstoffe, genaue Waagen und Messgeräte. Für Kalibrierung und Schulung ist eine fertige Lösung mit angegebenen Werten verlässlicher.

Ist synthetischer Urin steril?

Das hängt vom Herstellungsprozess ab. Wichtig ist eine saubere Abfüllung in dicht verschlossene Portionen.

Warum wird synthetischer Urin gefärbt?

Damit er für Schulungen, Demonstrationen oder Requisiten realistisch aussieht. Auf die übrigen Werte hat die Farbe keinen Einfluss.

Hinweis: Synthetischer Urin ist nicht zum Verzehr geeignet und nicht dafür bestimmt, Urinkontrollen, Drogentests oder andere Untersuchungen zu täuschen.

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